Das Internet ist in der heutigen Zeit in erster Linie mobil. Ungefähr sechzig Prozent von allen Seitenzugriffen erfolgen über das Tablet oder Smartphone. Auf Mobile Devices zählt vor allem die Geschwindigkeit, denn der Nutzer erwartet rasche Ergebnisse. Dies geschieht nicht am Schreibtisch, sondern mit einem Blick auf das Display während des ganzen Alltags. Beim Checken von Öffnungszeiten, Produktrezension oder einer Speisekarte sind Wartezeiten für die Suchergebnisse unter einer Sekunde unerwünscht.

Die Top Sportwagenhersteller eifern um die Währung der Beschleunigungswerte von 0 auf 100 km/h. Das gleiche wiegt in der Webseiten-Optimierung in Hinsicht auf die Ladezeiten der Homepage.

Die Zunahme von Bounces mit erhöhten Ladezeiten

Tatsächlich liegen die durchschnittlichen Ladezeiten von mobilen Webseiten bei fünfzehn Sekunden. Nur acht von den meistbesuchten mobilen Webseiten in Deutschland weisen Ladezeiten von einer Sekunde auf und bedeutet fatale Folgen für Hersteller und Händler, weil die Seiten zu langsam und schon ist der Kunde weg…

Gemäß Google verlassen 53% der mobilen Nutzer bereits nach drei Sekunden Wartezeit die Webseite. Langsame Seiten werden zudem von Google gestraft. Im Januar 2018 hat Google verkündet, dass die Page Speed im Zusammenhang mit Mobile First Index ein Faktor für das Ranking von der mobilen Suche sein wird. Seit Juli 2018 ist es einer der Faktoren, welcher mitbestimmt, ob die Seite besser oder schlechter gerankt wird und somit weniger Conversion generiert.

Im E-Commerce bedeutet weniger Nutzer gleich weniger Umsatz. Die Verlängerung um eine Sekunde kann bis zu einer sieben Prozent niedrigeren Conversionrate führen und bedeutet, bei einem täglichen Online-Umsatz von beispielsweise 100.000,- Euro, jährlich 2,5 Millionen Euro weniger an Conversions. Damit sinkt auch die Wirtschaftlichkeit einer Online-Kampagne.

Anzeigen in Social Media oder Suchmaschinen sind nur dann eine höchst effiziente Marketingmaßnahme, wenn nach dem Klick auf die Anzeige die Landingpage auch ersichtlich ist. Nutzerabbrüche aufgrund von langsamen Ladezeiten verschlechtern jedes Ergebnis einer Kampagne.
SEO, SEA sowie Social Media Advertising greifen auch hier, weshalb sich eine integrierte Steuerung sowie die Koordination von Maßnahmen empfiehlt, gerade weil hohe Absprungraten von Google als schlechte User-Signale ausgewertet werden und sich in der Folge das Ranking nochmals verschlechtert.

Die optimalen Ladezeiten

Den absoluten Wert für die optimalen Ladezeiten bei der Webseitenoptimierung gibt es nicht, jedoch können zwei Faktoren dazu beitragen: den Absprung von den Usern vermeiden und ein gutes Ranking von Google zu erzielen. Die Absprungrate wiederum ist stark von der Suchintention abhängig, auf der Suche nach einem guten Bild werden mehr Ladezeiten in Kauf genommen als bei der Abfrage einer kurzen Auskunft. Um eine gute Rankingposition bei Google zu erzielen, müssen die eigenen Ladezeiten besser sein als diejenige vom Wettbewerb.
Google wird die URL mit einer durchschnittlichen achtsekündigen Ladezeit immer noch positiv ranken, wenn alle weiteren und relevanten Ergebnisse eine fünfzehn sekündige Ladezeit aufweisen.
Auch ohne die absolute Größe für gute Ladezeiten steht fest, dass die mobilen Ladezeiten einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg haben und daher ständig kontrolliert und optimiert werden sollten.

Tipp: 7 Effektive Wege zu schnelleren Webseiten

Der Ladegeschwindigkeit wird oftmals zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, dabei gibt es diverse Möglichkeiten zur Verbesserung:

  1. Videos Auslagern

Videos sind wichtig und werden von Nutzern gerne gesehen. Wenn sich der Nutzer freut, freut sich auch Google und honoriert relevante Videos mit einem besseren Ranking, jedoch sind sie maßgeblich an der Erhöhung der Ladezeiten beteiligt und sollten deshalb auf eine andere Plattform ausgelagert werden, sodass nicht das Video, sondern nur der Link auf der Webseite geladen wird.

  1. Caching

Mit der Speicherung einer Seite im Browser-Cache muss diese bei einem erneuten Aufruf nicht nochmal vollständig vom Server angefordert werden, die Anweisung zur Art und der Dauer des Caching wird automatisch mitgegeben und verbessert so die Ladezeiten, zumindest bei wiederholten Aufrufen.

  1. Anpassung von Bildgrößen

Visuals sind ebenfalls sehr zeitintensiv, deshalb empfiehlt sich für eine mobile Seite die Bildgröße von 50 bis 100 Kilobyte pro Bild, vorausgesetzt, dass eine hochaufgelöste Bildqualität nicht unumgänglich ist. Die Reduktion von Bildgrößen kann teilweise mit der Unterstützung von Plugins erfolgen, die Verwendung der Tools hängt stark vom Aufbau und der Zielsetzung der Webseiten ab.

  1. Beachtung von Critical Rendering Path

Sind die wesentlichen Informationen bereits sichtbar, während Grafiken und Bilder hochgeladen werden, sinkt die Absprungrate beträchtlich. Die Seite baut sich schrittweise in einer logischen und bestimmten sowie dem Thema entsprechenden Prioritätsfolge auf.

  1. Komprimierung von Codes

Gewisse Webseiten haben eine Vielzahl an Formatierungen in diversen Codes, beispielsweise CC, HTML oder JavaScript. Viele davon werden vom Entwickler zusätzlich kommentiert, um die Nachvollziehbarkeit der Formatierungen oder von allfälligen zu erhalten. Code komprimieren führt zu einer erheblichen Verkürzung der Ladezeiten; Java- oder CSS-Skripte können in einer Datei zusammengefasst werden. Zudem werden durch die Komprimierung mittels Minification Tools überflüssige Zeilenumbrüche, Leerzeilen und Kommentarzeilen entfernt. Der Vorgang muss gut geplant sein, denn die Dateien sind für allfällige Änderungen nur noch schlecht lesbar.

  1. Nutzung von http2

Die Verwendung von http2 bietet eine weitere Zeitersparnis bei der Serverkommunikation. Bei der Weiterentwicklung des bisherigen http1.1- Standards werden die Informationen zwischen Server und Browser gebündelt und nicht in vielen einzelnen Anfrage-Antwort-Sequenzen ausgetauscht. Google bietet die schnelle Überprüfung und Verbesserungsvorschläge für die Ladegeschwindigkeit mit dem Tool Page Speed Insights an. Die adäquate Einschätzung sowie die Optimierung sollte aber nur zusammen mit den Seitenintentionen, den Zielgruppen und den Rahmenbedingungen vorgenommen werden.

  1. Anpassung der Server Kapazität

Die Server Kapazität ist zwar kein SEO-Thema, aber trotzdem ein nicht unwesentlicher Faktor bei den Server-Antwortzeiten. Die Webseite optimieren heißt auch, dass eine ausreichende Serverkapazität vorhanden sein muss, damit eine höhere Auslastung oder Schwankungen entsprechend berücksichtigt werden können.

WordPress – Query Monitoring – das neue Performance-Feature

Kennern von WordPress-Seiten ist das Problem bekannt, dass die Performance von der Webseite nicht selten zu wünschen übrig lässt. Mit der neuen Möglichkeit kann dem entgegengewirkt werden.

Das beliebteste Content Management- und Banksystem ist zwar mehr als komfortabel in der Bedienung und sehr flexibel einsetzbar, jedoch werden große Webseiten oftmals zu sehr aufgebläht und damit entsprechend langsam, besonders, wenn die Seiten viele und unterschiedliche Plugins einsetzen oder es sich um ein aufwendiges Thema handelt. Auch eine große Ansammlung von Inhalten beispielsweise das Betreiben eines jahrelangen Blogs kann die Größe der Datenbank erhöhen und die Performance einer Webseite minimieren.

Query Monitoring für eine schnellere Webseite

Wir als WordPress Agentur empfehlen Query Monitoring ausdrücklich, denn das Tool sucht Hindernisse im Performancebereich innerhalb der WordPress-Installation auf und ermöglicht unter anderem das Debuggen von Querys (Datenbankabfragen), welche insbesondere langsame Querys in einer eigenen Übersicht hervorhebt, sodass diese ausgewertet und untersucht werden können. Zudem stellt das Plugin weitere Informationen über die Datenbank sowie den Webserver und anderen wichtigen Elementen aus. Auch Hinweise zur PHP-Umgebung und allfällige PHP-Fehlern werden ausgegeben.

Query Monitoring und die Praxis

Der Query Monitor wird über den Menüpunkt Plugins installiert und aktiviert. Bei einer manuellen Installation empfiehlt sich der Link https://de.wordpress.org/plugins/query-monitor

Anschließend wird die Admin-Symbolleiste am oberen Bildschirmrand mit dem neuen Menüpunkt sowie dazugehörigen Untermenüpunkten erweitert. Bereits im Frontend werden nützliche Debugging-Informationen zu der aufgerufenen Unterseite sowie dem Thema angezeigt.
Des Weiteren kann durch den Query Monitor am unteren Bildschirmrand ein Panel mit detaillierten Informationen eingeblendet werden.
Der Query Monitor ist auch im Backend verwendbar und dann nützlich, wenn die Webseite für User von außen her zwar schnell lädt, die Administration im Hintergrund jedoch mit langsamen Ladezeiten kämpft.

Damit ist das Plugin ein vielfältiges und nützliches Tool für die Webseitenoptimierung auf Word Press-Basis. In erster Linie bietet es jedoch als Werkzeug für Entwickler und Benutzer gleichermaßen einen Mehrwert, welche die WordPress Agentur gerne umsetzt, um eine nachhaltige Leistungsperformance zu erzielen.