Seit 2018 steht auch deutschen Kleinunternehmern eine Erweiterung von WhatsApp zur Verfügung, namentlich die WhatsApp Business App. Besonders aktuell ist dieses Prinzip nun, während der Corona Pandemie, geworden, da es Produktanbietern einen direkten und wohl bekannten Weg der Kommunikation mit den Kunden ermöglicht. Über die Vielzahl von online Produktkatalogen ist es ein Leichtes für Nutzer gewünschte Artikel zu finden – jedoch ist einer der häufigsten Gründe für einen Kaufabbruch, ein zu komplizierter Checkout-Prozess und Bezahlvorgang. WhatsApp bietet künftig mit einer In-App Zahlung eine einfache Bezahlfunktion, die für einen unkomplizierten Checkout-Prozess sorgt.

WhatsApp Business – In-App Zahlungen ein Muss?

Der beliebteste Messengerdienst erweitert die Möglichkeiten von kleineren Unternehmern, ihre Firma in engen Kontakt mit den Kunden zu bringen. Nach der Erstellung eines Unternehmenskontos kann ein Produktkatalog entworfen werden, in welchem die angebotenen Artikel inklusive Preisen aufgelistet werden und demzufolge Kundenanfragen empfangen werden können. Kunden können durch Nachrichten also nicht nur Details erfragen, oder Sonderwünsche äußern, sondern stehen im engen Kontakt zum „Ursprung“ des Produkts.
Mit dieser Entwicklung geht die Frage nach der Bezahlfunktion zwingend einher, da das Produkt direkt bestellt werden kann. Doch wie funktioniert der Geldtransfer?
Krypto-Währungen haben in den letzten Jahren zwar einen Aufschwung erlebt, erweisen sich jedoch als relativ unpraktisch im Vergleich zu den offiziellen Apps der Kreditinstitute oder Anbietern wie PayPal. Letzteres wird neben der Kreditkarte als Zahlungsmethode bereits angeboten, doch WhatsApp Pay soll den Ablauf noch zeitsparender und interner gestalten. Bisher nur in Indien angewandt, haben die Entwickler Großes vor mit ihrem Bezahlungsdienst.

Was bezahlt man über WhatsApp Pay?

Vorerst sind ausschließlich die bereits länger bekannten Zahlungen für Erweiterungen in Spielen oder innerhalb Facebooks möglich, sowie kleinere Zahlungen an andere Privatpersonen oder der Kauf von Veranstaltungstickets. Dieses Bezahlsystem kann sofort genutzt werden, sobald ein Referenzkonto hinterlegt wurde. Ziel ist es allerdings, ein einziges, umfassendes Portemonnaie für alle zu Facebook gehörenden Funktionen (darunter auch Instagram) zu erstellen und somit einen Einzelhandelsdienst zu erschaffen, der es im Idealfall auch mit dem Online-Giganten Amazon aufnehmen kann.

Die Corona Pandemie macht das Internet so attraktiv wie nie zuvor – digitale Events, Live-Übertragungen, sogar universitäre Vorlesungen haben sich auf die digitale Ebene verschoben. Welcher Zeitpunkt würde sich also besser anbieten, das eigene Unternehmen in genau diesem Umfeld, an Kundenlösungen, wachsen zu lassen? Grundsätzlich steht das Konzept und wird bereits getestet, jedoch scheint die Umsetzung des Bezahlsystems, vor allem in Europa, noch nicht in naher Zukunft möglich zu sein.

Der größte Stolperstein auf dem Weg der Realisierung

So positiv wie die Idee auf den ersten Blick wirken mag, so hat es auch seine Gründe, warum die Umsetzung des Bezahldienstes bisher noch nicht geschehen konnte. Der ausschlaggebende Punkt ist der Datenschutz, welcher vor allem in Europa als hohes Gut geachtet wird. Die Facebook-Gruppe hat in der Vergangenheit nicht gerade selten eine Menge Kritik einstecken müssen, was den Umgang mit den User-Daten betrifft. Das Misstrauen ist wohl noch nicht vollständig abgebaut und vor allem wenn es um das eigene Konto geht, wird der Ein oder Andere genauer hinschauen, bevor der Zahlungsdienst in Europa mit offenen Armen willkommen geheißen wird.