Wir alle wollen, dass unsere Daten sicher sind. Das sollte prinzipiell für alle Lebenssituationen gelten – besonders wichtig, ist es aber im Internet. Hier ist oftmals nicht klar wer mitliest, speichert und auswertet. Und das verunsichert einen Webseitenbesucher sehr. In einer umfassenden Praxisstudie, welche von Großunternehmen wie Miele oder der Telekom, durchgeführt worden ist, konnten nun verlässliche Erkenntnisse zum Nutzerverhalten gesammelt werden, die Webseitenbetreibern klar aufzeigen, was ihre User von einem Cookie-Banner erwarten.

Das Recht auf ein Nein

Ein Ergebnis, das keinen verblüffen dürfte: Nutzer wollen die Wahl haben. Durch die Einführung der Datenschutzgrundverordnung im Jahr 2018 wurden erste Schritte und Leitlinien in Richtung einer vollständigen Demokratisierung von persönlichen Daten eingeführt. Anwender haben seither die Wahl, welchen Anbietern und Personen sie ihre Daten überlassen wollen. Diese Entwicklung wurde bisher leider viel zu oft als eine Hürde auf dem Weg zum Ja – und zu selten mit der Selbstverständlichkeit eines Neins verstanden.

In einem Beschluss des BGH wurde das Urteil des EuGH vom 01. Oktober 2019 bestätigt. Klarheit besteht inzwischen darüber, dass eine Einwilligungspflicht besteht, bevor eine Datenverarbeitung personenbezogener Informationen erfolgt. Es dürfen auch keine vorausgefüllten Checkboxen vorhanden sein, sondern die Einwilligung soll aktiv seitens des Nutzers erfolgen, der eigenständig, dass Häkchen setzen muss.

Die technische Umsetzung von Webseiten sollte demnach wohl grundlegend überdacht werden, um langfristig zu ermöglichen, dass immer mehr Internetseiten auch ohne Einwilligung zur Datenverarbeitung genutzt werden können. Anwender wären begeistert.

Für wen arbeitet das Design?

Derweil versuchen viele Seitenbetreiber mittels visueller Gestaltung von ihren Cookie-Bannern abzulenken oder gar versehentliche Einwilligungen zu erwirken. Das fällt den Besuchern natürlich auf und stößt auf klare Kritik.
Der Wunsch der Nutzer: Verständliche, detaillierte Optionen bei gleichzeitig einfacher Bedienung. Um ihr Nutzungserlebnis nach Präferenz zu konfigurieren nehmen sich zwar immer mehr Menschen gerne Zeit, trotzdem sollte die Gestaltung der Benutzeroberfläche nicht aktiv gegen das Recht auf Datenschutz arbeiten und die Konfiguration unnötig kompliziert bzw. zeitaufwändig prägen.
Genauer wünschen sich User die Implementierung von klaren und international lesbaren Icons, welche die Benutzeroberfläche auf einen Blick erklären. Eine neutrale Darstellung ohne Manipulation durch einzelne farbig hervorgehobene Buttons wäre ebenfalls eine willkommene Abwechslung, so die Ergebnisse der Studie. 

Wenn der Cookie-Banner tatsächlich eine Wahl lässt

„Ganz oder gar nicht“ war gestern. Wenn es um Privatsphäre und persönliche Daten geht, braucht es oftmals viel mehr als nur eine Abfrage über Ja oder Nein. Das zeigt zumindest die Resonanz der Testpersonen. Im Rahmen der Studienergebnisse wird ein Best Practice-Modell mit maximaler Entscheidungsfreiheit und logisch gebündelten Option vorgeschlagen: Datenschutz in mehreren Intensitätsstufen.

Der Webseitenbesucher will volle Transparenz

Mit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung wurde die Einwilligung zur Datenspeicherung plötzlich zu einer Art digitalem Vertrauensbeweis. Somit ist es nur all zu logisch, dass sich Nutzer für mehr Transparenz aussprechen.
Webseitenbetreiber sollten sich nach Meinung der Verbraucher stets die Fragen stellen, ob eine Verarbeitung der Daten überhaupt vollumfänglich nötig ist. Dient die Erfassung tatsächlich einem verbesserten Nutzererlebnis oder wird hier doch eher eine Werbestrategie bedient? Werden Daten grundlos gespeichert, um anschließend nie wieder angerührt zu werden, oder ist die Weitergabe gewisser Angaben faktisch unumgänglich?
Das durch die Praxisstudie entstandene Best Practice-Modell sieht Potenzial in einer per Standard „datensparsamen“ Voreinstellung, die jederzeit mittels Datenschutz-Cockpit angepasst werden kann. Die Schaffung eines großflächigen Standards mit einfacher, intuitiver Bedienung, würde wohl nicht nur Anwendern viel Ärger ersparen.