In Zeiten der Coronakrise und der geltenden Kontaktbeschränkungen wird Digitalisierung und online Marketing, sowie Suchmaschinenemarketing das Gebot der Stunde. Nicht umsonst verzeichnen im Moment vor allem Online Dienstleister, wie Amazon oder Ebay, die größten Zuwachsraten. Ferner hat Amazon innerhalb weniger Wochen die Einstellung von 200.000 neuen Mitarbeitern angekündigt.

Ein Trend, der auch vor dem Autohandel nicht halt macht. Warum der Online-Kauf dennoch geeignet ist, auf die oft sehr speziellen Kundenwünsche einzugehen, und warum der stationär erfolgte Verkauf davon nicht beeinflusst werden kann, wird in diesem Artikel verraten.

Warum E-Commerce generell die Zukunft ist

Der Online-Kauf von Produkten wird allgemein auch als E-Commerce bezeichnet. Inzwischen werden mehr Produkte im Internet, als im klassischen Einzelhandel, verkauft. Dies liegt auch daran, dass immer mehr Menschen weltweit Zugriff auf das Internet haben, ob durch das Tablet, Smartphone oder Laptop. Für Unternehmen bieten sich hierdurch hervorragende Verkaufschancen und neue Absatzkanäle, die wiederum potentielle Kunden generieren. Eine eigene Wissenschaft der Wirtschaftswissenschaften beschäftigt sich inzwischen mit dem Thema.

Die Vorreiterolle von Mercedes-Benz

Der deutsche Autopionier Mercedes-Benz hat diese Möglichkeiten als erster entdeckt und nimmt im Bereich der Automobilbranche eine Vorreiterrolle im E-Commerce ein. Das Programm nennt sich „Home Delivery“ und bietet die komplette Bestellung eines Automobils im Web. Vom ersten Anschauen bis zur Lieferung an die Bordsteinkante, alles kann inzwischen digital abgewickelt werden. In der Corona-Krise, wo strenge Hygienevorschriften und Kontaktbeschränkungen gelten, stellt sich diese Politik als sehr vorteilhaft heraus.

 

Der Web-Shop des Stuttgarter Weltkonzerns ging bereits 2016 viral. 2017 wurde der Shop um den Kauf von Gebrauchtwagen erweitert. Zwei Jahre später, im Dezember 2019, erfolgte der Relaunch des Shops. Seitdem haben sich über 400.000 Besucher über die Möglichkeit informiert, einen PKW digital zu bestellen. Ständig sind über 1000 Nutzfahrzeuge verfügbar und auch Werkstatttermine können so ausgemacht werden.

Die Kundenwünsche verändern sich ständig

Der Kauf von Modellen im Internet ist Teil der Vertriebsstrategie „Best Customer Experience 4.0“. Damit wird den sich verändernden Kaufgewohnheiten und Kundenwünschen im digitalen Zeitalter Rechnung getragen. Der große Vorteil ist, dass durch das Smartphone das Internet ständiger Begleiter ist. So können sich Bestandskunden und Neukunden auf der Heimfahrt in der Bahn online über den Kauf eines Automobils informieren. Der Verkauf von Produkten erfolgt dabei aber immer noch im klassischen Handel über Autohändler. Das Unternehmen strebt aber an, bis 2025 ein Viertel aller Modelle im Internet zu verkaufen. Das Online Marketing dient so als Ergänzung des stationär erfolgten Verkaufs.

Der begrenzte Nutzen von E-Commerce in der Automobilbranche

Autohäuser werden immer der wichtigste Absatzkanal der Branche bleiben. Dies liegt auch daran, dass Automobile neben Immobilien zu den teuersten Anschaffungen im Leben gehören. Das Ausprobieren und die Beratung zählen zu den wichtigsten Entscheidungsgrundlagen der Autokäufer. Auch die Übergabe des PKWs an den Käufer ist ein Ritual, dass online nicht in der gewohnten Art und Weise stattfinden kann. Aus diesem Grund wird Online Marketing zwar immer wichtiger, aber nicht der entscheidende Distributionsweg.