Besonders im Zuge der allgegenwärtigen Covid-19 Pandemie kristallisiert sich heraus, welche Branchen und Firmen krisensicher sind und welche nicht. Ein Blick in die Vergangenheit macht deutlich, dass die sonst so starke Automobilindustrie in Krisenzeiten nicht zu den standfesten Unternehmen gehören. Meist ist sie einer der ersten Indikatoren, sobald sich eine Rezession andeutet.

Voranschreitende Digitalisierung

Viele Experten nennen die die derzeitige Corona Pandemie mittlerweile einen Katalysator der Digitalisierung, doch woher kommt diese Redewendung und was ist damit gemeint? Sie will damit sagen, dass die derzeitige Krise Unternehmen und große Konzerne zwangsläufig dazu bringt, ihre interne Digitalisierung voranzutreiben. Derzeit zeigt sich eindeutig, dass Branchen, die bereits einen hohen Digitalisierungsgrad haben, deutlich solider durch die Krise kommen, wenn nicht sogar wachsen. So vertreiben viele Hersteller ihre Produkte ausschließlich nur noch über Online-Stores und profitieren in aktuellen Zeiten massiv davon. Auch Selbstständige Dienstleister, besonders im Bereich der beruflichen Weiterbildung, werben mit Online-Training via Videochat.

Adaptierbare Konzepte auch für die Automotive Branche?

Diesen Ansatz sollte sich auch die Automobilindustrie allmählich zu nutze machen und ihre Online-Kanäle, Online-Stores und Onlineshops erweitern und stetig verbessern. E-Commerce, besonders Social Media und viele andere Online-Kanäle, rücken immer weiter in den Vordergrund und stehen erst am Beginn der Entwicklung. Der Automobilhandel hat enormen Aufholungsbedarf und sollte in diesem Bereich das Geschäftsmodell erweitern.

 

Immer mehr Hersteller in vielen verschiedenen Branchen vertreiben ihre Produkte über einen Onlineshop oder einen Online-Store und erzielen so deutlich höhere Margen. Eines der Gründe sind die immens sinkenden Personalkosten. Zudem muss gutes Personal permanent geschult werden und ist gerade derzeit auf dem leeren Arbeitsmarkt ohnehin schwer zu finden.

Betrachtet man nun speziell den Automotive Sektor, stellt man fest, dass der Hauptumsatz hier noch immer klassisch und sehr konservativ über die vielen Vertrags Autohäuser erzielt wird. Auch hier wurden in den vergangenen Jahren versucht mehrere Online-Store
/ Onlineshop zu implementiert und die Online-Kanäle zu stärken, sowie via Social Media präsenter zu werden. Experten sind auch hier der festen Überzeugung, dass der Direktvertrieb in Zukunft dem Internet gehören wird.
teilweise haben Autohäuser bereits sehr gute Plattformen entwickelt, auf denen der gewünschte PKW komplett individualisiert werden kann. Jedoch nutzen Kunden dieses Angebot derzeit eher als vorab Orientierung vor dem eigentlichen Autokauf. Hier sollte noch verstärkt nachgebessert werden, um die Kunden zu sensibilisieren. Beispielsweise könnten Autohäuser auch hier Kunden sprichwörtlich etwas besser abholen, indem sie mit ihnen gemeinsam eine Art Online-Training durchlaufen und sie besser mit der Software vertraut machen.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass auch für die Automobilindustrie und die dazugehörigen Autohäuser im Bereich E-Commerce noch viel Luft nach oben ist. Schafft man es dieses binnen der nächsten Jahre auszubauen, kann noch viel ungenutztes Marktpotenzial ausgeschöpft werden. Zeitgleich findet eine Verschlankung der Vertriebskosten im Sinne des Lean Managements statt.