Liken und kaufen – Instagram, Facebook und Co haben die Menschen miteinander vernetzt. Jetzt kommt der E-Commerce hinzu.

Das Kaufhaus Instagram

Bei Instagram gibt es nicht mehr nur Fotos. Voriges Jahr im März wurde eine Shoppingfunktion auf der Plattform eingeführt. Produkte von Markenherstellern und Onlinehändlern werden vorgestellt und interessierte Kunden können die Shops besuchen. Laut Produktchef Vishal Shah ist das Feature mit 130 Millionen Nutzern ein Erfolg. Damit ist das Unternehmen noch nicht fertig, es testet in den Staaten eine weitere Funktion. Man nennt sie checkout. Mit dieser Funktion kann man Einkaufen, ohne die Plattform zu verlassen. Es hört sich harmlos an, könnte aber revolutionär sein.

Web 1.0 und Web 2.0

Ebay und Amazon sind zwei der großen Onlinehändler, welche aus der Ära des Web 1.0 stammen. Eine Zeit in der Publikum und Produzenten deutlich getrennt waren. Dann folgte das Web 2.0. In der Ära verschwammen die Linien zwischen Produzenten und Publikum. Jetzt startet das Social Media und viele kleine Shops besten online neben den großen Onlinehändlern. Jetzt läutet das Social Media die neue Zeit des E-Commerce ein.

Die sozialen Plattformen haben in ihrem Beginn Menschen miteinander verbunden. Jetzt wollen sie ihre Stellung sichern und neue Ertragsquellen erschließen. Bei Facebook gibt es den Marketplace, welcher eine Art EBay inklusive Social-Media-Funktionen ist. In Asien boomt das Geschäft bereits und soll nun auch im Westen ein Hit werden.

WhatsApp Payment

WhatsApp Payment ist eine Funktion, welche in diesen neuen Trend passt. Mit dem sogenannten Unified-Payments-Interface kann man den Messenger nutzen, um seinen Freunden Geld zukommen zu lassen. Außerdem kann man, wenn man mit einem Unternehmen bereits per WhatsApp kommuniziert hat, seine Rechnungen auf diesem Weg begleichen. In Indien ist diese Funktion bereits ein absoluter Erfolg. In vielen anderen Ländern soll es nun auch ein Erfolg werden.

Instagram Checkout

Auch Instagram checkout spielt in dieser Liga. Es ist aktuell noch eine absolute Neuheit. Hier können Markenhersteller ihre Produkte verkaufen. Instagram verdient mit. Alles fängt mit 20 ausgewählten Partnern und einem Testlauf in den USA an. Zu den ausgesuchten Partnern gehören beispielsweise Adidas, Prada, Zara, Nike oder Burberry. Im nächsten Schritt sollen auf kleinere Marken diese Funktion nutzen können. Eine tolle Möglichkeit, welche ohne die soziale Plattform nicht gegeben wäre.

Das Einkaufen wird einfacher

Benedict Evans ist Partner bei Andreesen Horowitz einem Risikokapitalgeber. Er sieht das größte Potenzial im Handel im Bereich des mobilen Internets. Diese These wird von Instagram Offensive untermauert und wird dem mobilen Handel einen guten Schubs nach vorne geben. Der Nutzer muss nur an einer Stelle seine Zahlungsdaten hinterlegen und kann dann bei unterschiedlichen Herstellern einkaufen. Auf diesem Weg schafft es, Instagram Kommunikation und Konsum zusammenzubringen. Damit wird das mobile Internetshoppen zu einem Gemeinschaftserlebnis.

Wechat in China als Vorreiter

Eine Plattform, die mit sozialem Austausch anfing, hat sich erfolgreich kommerziell ausgebreitet. China ist weltweit auf Platz Nummer eins, was die E-Commerce-Umsätze betrifft. Die USA liegen auf dem zweiten Platz im weltweiten Ranking der E-Commerce-Umsätze. Allerdings ist der Abstand zwischen Platz eins und Platz zwei beträchtlich. Wechat war ausschlaggebend bei dem chinesischen Erfolg. Das Angebot von Wechat ist umfassend. Man kann sich weiterhin vernetzen, man kann shoppen, man kann einen Tisch zum Essen reservieren, beim Arzt Termine machen, man kann Lebensmittel bestellen, wer will kann sein Flugticket stornieren oder ein Leihfahrrad buchen und natürlich einem Freund Geld zukommen lassen. Millionen von Chinesen wollen Wechat nicht mehr missen. Damit ist Wechat ein perfektes Vorbild für Instagram und Co.

Perfekt für Markenhersteller

Wenn Markenhersteller ihre Produkte auf der Plattform vorstellen, kann das nur von Vorteil für sie sein. Sie müssen allerdings aufpassen nicht von der Plattform abhängig zu werden. Andere Händler wie Zalando oder Asos bekommen mächtig Gegenwind.

Wer den E-Commerce über Social Media nicht will

Es gibt heutige Nutzer von Instagram und Co, die sich nicht mit dieser Änderung anfreunden wollen. Es gibt Alternativen, welche aktuell nicht so dem Commerce fröhnen, wie EyeEm, VSCO oder Ello. Mal sehen , ob es so bleibt.